Über die Edition Outopia
Auf einer Fläche von 285 000 m² erstreckt sich in Hannover das Ihme-Zentrum. In den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts als »Stadt in der Stadt« gebaut, sollte der Komplex nicht nur als ein hochverdichtetes Wohnzentrum, sondern auch als Einkaufstempel für die Bewohner der Region dienen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Revitalisierung und als Folge der Krise auf den Finanzmärkten, wurde der halb abgerissene Komplex als Ruine den verbliebenen Bewohnern überlassen. In seinem Jetztzustand ist er nicht nur ein Symbol einer gescheiterten, städtebaulichen Utopie der 60-er und 70-er Jahre. Es ist auch das Symbol einer konsumorientierten Gesellschaft, der – außer einer zweifelhaften Prognose eines angeblich ewig andauernden Wachstums und Konsums – der Sinn für Utopisches und Visionäres völlig abhanden gekommen ist.

In der Serie »Outopia« wird die Melancholie eines Ortes gezeigt, der dem allmählichen Siechtum und der Agonie preisgegeben wurde und die oft absurd anmutenden »Versuche« der Einwohner und Passanten, sich mit diesem Zustand zu arrangieren.