Über die Edition Migrantengärten – Industriewälder
Tomek Mzyks Arbeit »Migrantengärten – Industriewälder« thematisiert wie unterschiedlich die ehemaligen Industrieflächen von den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Emschertals wahrgenommen und genutzt werden.

Während viele ihrer deutschen Nachbarn dem Reiz der wildwüchsig postindustriellen Landschaft erliegen und den Industriewald für ihre Freizeitaktivitäten entdecken und so als öffentlichen Raum wahrnehmen, sind türkische Gärten absoluter Privatraum, der nur Familienmitgliedern und Freunden zugänglich gemacht wird. Der Wunsch nach privaten Gärten und kuiltivierter Landschaft zeigt sich besonders in den, manchmal illegal, angelegten Gärten in der Nähe der Brachflächen und Industriewälder. Provisorisch, doch liebevoll angelegt, prägen sie an vielen Orten das Bild des Ruhrgebiets als Versuch einer Rekultivierung der ehemals industriell genutzten Flächen.

Neben den Migrantengärten und Industriewäldern nehmen in Mzyks Arbeit die Zwischenräume einen besonderen Stellenwert ein: noch nicht rekultivierte Halden oder Industrieflächen, bzw. dem Abriss oder Verfall preisgegebene Grabelandgärten - Flächen, die sich in einem Stadium der Transformation befinden.